PUBLIC PREVENTION - Die Nominierten 2011

Aus den eingereichten Bewerbungen hat die Expertenjury der jeweiligen Kategorie die preiswürdigsten Projekte für die Shortlist ausgewählt. Die vier Nominierten in der Kategorie Public Prevention lautet 2011:

1) Metropolregion Rhein-Neckar, Stiftung LebensBlicke, Gesundheitsnetz Rhein Neckar e.V. und Bundesverband der mittelständigen Wirtschaft: „1000 Leben retten."

 
 

 Bettina Spies

 Henry Schneider

 „1000 Leben retten" ist eine auf drei Jahre angelegte Aktion der Metropolregion Rhein-Neckar mit dem konkreten Ziel, die Hälfte der in der Region jährlich anfallenden 2250 Todesfälle von Darmkrebs zu verhindern. In das Projekt sind über 100 private und kommunale Unternehmen wie Behörden, Krankenhäuser und andere öffentliche Einrichtungen eingebunden. Darüber hinaus wird aber auch die gesamte erwachsene Bevölkerung der Region angesprochen. Die Initiatoren des Großprojekts sind neben der Metropolregion Rhein-Neckar die Stiftung LebensBlicke, das Gesundheitsnetz Rhein Neckar e.V. und der Bundesverband der mittelständigen Wirtschaft. Die Jury war beeindruckt von Umfang und der Nachhaltigkeit des Projekts sowie von der hochprofessionellen Umsetzung auf allen Ebenen. Sie bescheinigt dem Projekt Modellcharakter für andere Regionen, da hier erstmals in einer konzertierten Aktion und unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur eine ganze Region zur Durchführung einer breit angelegten Darmkrebsvorsorgeaktion gebracht wurde.

2) Christine und Martin Gerstenberger, Fit und Fun Fitnessclub; Sabine und Reiner Marhenke, ABC Schuhgeschäft: „Büdingen aktiv gegen Darmkrebs."

 
 

Christine und Martin Gerstenberger

 Sabine und Reiner Marhenke

Bei „Büdingen aktiv gegen Darmkrebs" organisierte erstmalig ein Fitness-Studio eine großangelegte Vorsorgeaktion für eine Stadt. Sie gipfelte in der Durchführung eines Präventionstags gegen Darmkrebs in der Büdinger Stadthalle, in die zahlreiche Kooperationspartner eingebunden waren. Die Präsentationen der beteiligten Partner und Vereine wurden ergänzt durch die Präsentation eines begehbaren Darmmodells und die Aufführung des Theaterstücks „Alarm im Darm". Mit der Nominierung des Projekts für den Felix Burda Award würdigt die Jury den originellen Ansatz der Initiatoren, Fitness-Studios als Präventionsberater und Gesundheitsdienstleister zu nutzen. Die Büdinger Aktion wird als Möglichkeit gesehen, sie als Blaupause für andere Fitness-Clubs zu nutzen. 

3) Wilfried Jacobs, AOK Rheinland/Hamburg: „Nicht gesehen gilt nicht. Was man nicht sieht, kann trotzdem da sein - Platzverweis für den Darmkrebs."


 Wilfried Jacobs

Gemeinsam mit dem 1. FC Köln hat die AOK Rheinland/Hamburg bei einem Heimspiel des Fußball-Clubs eine Aktion zur Prävention von Darmkrebs im Stadion des 1. FC durchgeführt. Hauptansatzpunkt und Ziel der Aktion war es, die Aufmerksamkeit der vorwiegend männlichen Fußballanhänger im Stadion auf die Chance der Darmkrebsvorsorge zu lenken. Hintergrund ist, dass Männer häufiger und früher als Frauen an Darmkrebs erkranken (und versterben), aber weitaus weniger an Vorsorgeuntersuchungen für Darmkrebs teilnehmen. Die Aktion war höchst professionell geplant und organisiert. Die überwiegend männlichen 50.000 Stadionbesucher wurden z. B. in der Halbzeitpause in Kurzinterviews mit dem Thema Darmkrebs und Darmkrebsvorsorge konfrontiert, die auf die große Stadionleinwand übertragen wurden. An diversen Stellen standen AOK-Mitarbeiter bereit, um Interessenten zu beraten und als besonderen Service ggf. zu einer Darmspiegelung in Wohnortnähe anzumelden. Beworben wurde die Aktion durch Flyer, die auf allen Sitzplätzen ausgelegt waren, durch Anzeigen im Fan-Magazin und einen Clip im Fan-TV. In der Südkurve war ein AOK-Beratungsstand eingerichtet. Wer sich beraten ließ und zur Vorsorgeuntersuchung ging, erhielt einen Gutschein in Höhe von 25 EUR zur Einlösung im Fanshop. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Originalität der Idee, eine besonders vorsorgeresistente Zielgruppe zu adressieren, und bescheinigte der Aktion Modellcharakter für die deutsche Fußballlandschaft. Die Vereine seien als Träger des Breitensports Nr. 1 die besten Multiplikatoren für das Darmkrebsvorsorgethema.

4) Heidi Lutter, Familienhilfe Darmkrebs: „Gefahr erkannt - dann wird handeln wichtig!! Familiärer Darmkrebs - HNPCC" und „Genetischer Darmkrebs - gemeinsam sind wir stark!!"

 

Heidi Lutter

Mit großem persönlichem Engagement setzt sich die in ihrer Familie von erblichem Darmkrebs betroffene Heidi Lutter, die selbst an Darmkrebs erkrankt war und ihn durch glückliche Umstände überlebt hat, dafür ein, dass Menschen mit einer familiären Belastung für Darmkrebs über ihr erhöhtes Risiko und die Möglichkeit informiert werden, die Entwicklung tödlicher Karzinomen durch Vorsorge verhindern zu können. Heidi Lutter scheut sich nicht, ihre Geschichte vor Fernsehkameras zu erzählen und zum Gegenstand von Vorträgen zu machen, die sie in ganz Deutschland hält. Sie geht auf die Medien zu, gibt Interviews und hat die die „Familienhilfe Darmkrebs" gegründet, die anderen Betroffenen mit Rat und Tat zu Seite steht. Dass ihr Schicksal möglichst vielen von erblichem Darmkrebs Betroffenen erspart bleibt, ist ihr ein persönliches Anliegen, für das sie sich in der Öffentlichkeit mit hohem zeitlichem und finanziellem Einsatz einsetzt. Für ihr überzeugendes Engagement und den großen persönlichen Einsatz in der Sache des familiären Darmkrebses nominiert die Jury Heidi Lutter für den diesjährigen Felix Burda Award.